Berliner Kreis Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie
Berliner Kreis Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie
 
Berliner Kreis Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie  

„Bewusstsein, das ist der Grundfehler, der den letzten Grund-
fehler des Psychologismus ausmacht (dem alle Empiristen,
nicht bloß, sondern auch Rationalisten unterliegen) ist kein
psychisches Erlebnis, kein Geflecht psychischer Erlebnisse,
keine Sache, kein Anhang (Zustand, Betätigung) in einem
Naturobjekt. Wer rettet uns vor einer Realisierung des
Bewusstseins. Der wäre der Retter der Philosophie, ja der
Schöpfer der Philosophie“.

- Edmund Husserl, 1920 -

 
 
 

Berliner Kreis "Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie"

Philosophische Grundlagen - Kritische Phänomenologie

„Alles, was uns gegeben ist, ist uns in der Anschauung gegeben.“ (Immanuel Kant)

Mit dem Label „kritische Phänomenologie“ wollen wir an das cartesisch-husserlsche Ideal der Voraussetzungslosigkeit und die Forderung nach methodologischer Selbstbegründung der Philosophie anknüpfen. Wir verstehen dabei unter ‚kritischer Phänomenologie‘ eine Position, die sich einerseits gegen jeglichen Dogmatismus wendet, andererseits aber Kritik nicht nur destruktiv begreift, sondern primär auch als Selbstkritik und als Bedingung der Möglichkeit einer positiven wissenschaftlichen Philosophie, die durch ein definiertes Forschungsfeld, eine begründete Methodologie und Methode sowie eine praktische Zweckbestimmung gekennzeichnet ist. Die Entwicklung einer begründeten Methodologie sowie eine Erkenntnistheorie der philosophischen Erkenntnis bildet dabei die epistemische Grundlage der Fundamentalanthropologie, die selbst wiederum als das inhaltliche Fundament einer zukünftigen Philosophie, „die als strenge Wissenschaft wird auftreten können“, fungiert. Ein erstes Ziel ist es, ein unbezweifelbares Fundament des Wissens zu finden und als solches auszuweisen. Der Königsweg hierzu scheint uns – im Anschluss an Descartes - der methodische Zweifel zu sein, der aber konsequent durchgeführt nicht nur zum „ego cogito“, sondern zur Anschauung als der Sphäre führt, in der nicht nur geistige, sondern alle möglichen Phänomene überhaupt gegeben sind. Die Anschauung (die „lebendige Gegenwart“) ist damit zugleich das Forschungsfeld der Philosophie, insofern ‚in‘ ihr nicht nur die Erkenntnisphänomene gegeben sind, sondern auch Selbst und Welt. Ein Hauptproblem der philosophischen Erkenntnistheorie der philosophischen Erkenntnis ist dabei die Wahrheitsfrage: Wie sind wahre Beschreibungen der anschaulichen Gegebenheiten möglich? Diese Frage wird im Rahmen der Aletheiologie (Wahrheitslehre) behandelt.


 

 

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