Berliner Kreis Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie
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Berliner Kreis Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie  

„Die Zersetzung der gegenwärtigen Philosophie
in ihrer ratlosen Betriebsamkeit gibt uns zu denken.“

- Edmund Husserl, Cartesianische Meditationen -

 
 
 

Berliner Kreis "Kritische Phänomenologie und Fundamentalanthropologie"

Philosophische Grundlagen - Fundamentalanthropologie

Im Gegensatz zum herrschenden Naturalismus, aber auch im Unterschied zu den verschiedenen Körper-Geist-Dualismen, versucht die Fundamentalanthropologie im Rahmen einer methodologischen Letztbegründung ein ganzheitliches ‚Bild‘ vom Menschen zu gewinnen. Dabei gilt es von vornherein jegliche metaphysischen Voraussetzungen auszuschalten. Metaphysische Voraussetzungen sind etwa die Annahme, dass die Welt (und damit der Mensch) letztlich nichts anderes sei als das Wechselwirkungsgeschehen von Elementarteilchen, die Annahme, dass das Gehirn das wahre Subjekt ist, die Annahme, dass der Mensch nur eine biologische Größe darstellt, aber auch, dass er aus einer körperlichen und geistigen Komponente zusammen gesetzt ist.

Letzte Quelle der Erkenntnis ist im phänomenologischen Verständnis die Anschauung bzw. die je eigene Erfahrung, aus der die Beschreibungsbegriffe allererst hervorgehen sollen. Mit ‚Anschauung‘ ist dabei das Präsenzbewusstsein (dass uns überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts gegeben ist) gemeint. Die Aufgabe besteht nun darin, aufgrund der Art und Weise, wie man sich selbst in der Anschauung gegeben ist, begrifflich zu bestimmen, aus welchen Aspekten das eigene Menschsein ganz grundsätzlich konstituiert ist. Insbesondere gilt es dabei zu erfassen, in welchem Verhältnis Körper und Geist sowie Mensch und Umwelt zueinander stehen. Zu Beginn der Analyse wird mit dem Terminus ‚Mensch‘ nur ein allgemeines X (ein noch zu gewinnender Begriff) verstanden, der zunächst als regulative Idee fungiert und den es auf möglichst voraussetzungslose Weise inhaltlich zu bestimmen gilt. Zudem gilt es zu beachten, dass Begriffe generell einen unterschiedlichen Allgemeinheitsgrad aufweisen: Mit Mensch kann daher entweder eine empirische Spezies (homo sapiens), eine Gattung (homo) oder auch etwas noch Allgemeineres gemeint sein. Im Unterschied zur traditionellen philosophischen Anthropologie zielt die Fundamentalanthropologie auf allgemeinste und zugleich essentielle Bestimmungen, die für alle möglichen (nicht nur wirklichen, gewesenen und zukünftigen) Menschen gelten, für den Neandertaler ebenso wie für außerirdisches oder sogar artifizielles menschliches Leben.

 

 

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